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Wie bestimme ich den Startpreis der Auktion?

Man sollte Überlegungen anstellen, mit welchem Betrag man zufrieden sein könnte. Will man einen Gegenstand außer Haus haben, koste es was es wolle? Möchte man einen Mindestpreis erzielen? Will man zu einem Fixpreis verkaufen? Vieles ist hier möglich aber auch selbst zu hinterfragen. Da gibt es Leute, die taktieren mit der klassischen Mindestauspreisung von 1,- Euro bzw. nunmehr 1,99 Euro. Da ist jeglicher Spielraum offen, ob es sich um wertloses Zeug handelt oder einen kostbaren Schatz. Die 1,- bzw. 1,99 Ausschreibung hat aber auch psychologische Wirkung, da das Risiko im Falle eines Flops nicht wirklich groß ist, jedoch die Chance zumindest ein Grundgebot zu erhalten, höher als mit einem anderen Betrag.

In den ersten Monaten meiner Auktionen habe ich viele Artikel geschätzt und an Hand von diversen Verkaufsstellen Preise verglichen und verschiedenes ausprobiert - was zieht die Mitglieder an und was bleibt unbeachtet liegen? Wie reflektiert der eBayer auf unterschiedliche Auktionsgrundpreise bei ein und demselben Artikel? So viel läßt sich sagen: Derjenige, der einen Artikel für fast jeden Preis im vernünftigen Rahmen erwerben will, stellt die Minderheit dar. Die Wahrscheinlichkeit, innerhalb der Ausschreibungsfrist ausgerechnet auf diesen Interessenten zu stoßen ist zwar grundsätzlich vorhanden, aber doch eher gering. Im Gegenteil: Durch die psychologische Wirkung des Bietens läßt sich so mancher dazu hinreißen, vielleicht doch etwas mehr auszugeben als vorerst beabsichtigt war. Auch wirkt die Anzahl der unterschiedlichen Bieter verlockend. Wenn der Auktionspreis mit einem Euro (1,99) begonnen wird, so hat bei entsprechendem Interesse der Gemeinschaft der Verkäufer die Chance, daß der Artikel durch die Abgabe von 30 Geboten in die Sphären der - heiß begehrt - Artikel aufsteigt. Dies ist dann der Fall, wenn unabhängig der Bieteranzahl 30 Gebote überschritten werden. Die Folge davon ist, daß der Artikel der Gemeinschaft gegenüber mit der grafischen Darstellung eines brennenden Streichholzes kenntlich gemacht wird. Früher hat eBay die sogenannten heiß begehrten Artikel in einer eigenen Rubrik zusätzlich ausgewiesen. Es dürften auch die Umtriebe - gerade im Kraftfahrzeugbereich - gewesen sein, weshalb diese Rubrik, die ganz zu Beginn der Suchergebnisse ausgewiesen war, eingestellt wurde. Zur Hintergrundinformation sollte man wissen, daß im Kraftfahrzeugbereich als Gebühr für eBay eine Pauschale verrechnet wurde. Es ist daher - die Gebühren betreffend - egal gewesen, wie hoch ein Auktionsergebnis steigt. Dies hat sich mittlerweile geändert es wird sowohl eine Angebotsgebühr als auch eine Verkaufsprovision in Rechnung gestellt. Nachdem - heiß begehrt - ein Hingucker war und das Interesse steigerte, kamen Mitglieder auf die Idee, rasch sich selbst oder ein paar Kumpels zu aktivieren, die dann noch dazu mit jungfräulichen Account versehen, fleißig zu zweit den Preis innerhalb weniger Stunden in die Höhe trieben, bis 31 Gebote den Artikel als - heiß begehrt - auswiesen. Dennoch blieb es bei diesem konkret verfolgten Fall dem Mitglied nicht erspart, daß sein Artikel gelöscht wurde, hatte er doch im Text einen Verkaufsvorbehalt bei Nichterreichung eines Mindestverkaufspreises geltend gemacht.

Der eingestellte Artikel wurde als "heiß begehrt" gekennzeichnet
Nach dem Blockbuster-Start von Spider-Man wurde meine Erstausgabe des gleichnamigen Comic als - heiß begehrt -wegen Überschreitung von 30 Geboten deklariert

Wenn man einen Artikel mit dem Mindestpreis von einem Euro (1,99) ins Netz stellt, dann muß man auch damit rechnen, daß er um diesen Betrag seinen Besitzer wechselt. Es wäre nicht nur unseriös sich vor dem Kauf dann drücken zu wollen, sondern stellt auch einen eindeutigen Verstoß gegen die Geschäftsbedingungen von eBay dar, der bis zu einem Ausschluß aus der Gemeinschaft führen kann. Wer das Versteigerungshaus jedoch nicht nur als Handelsplatz sieht, sondern auch beim Internetadventure auf seine Kosten kommen möchte, für den empfiehlt es sich ganz sicher, seine Auktionen mit dem Preis von 1,99 Euro zu starten. Im ersten Jahr meiner Handelstätigkeit stellte ich die Waren um einen Euro ein, jedoch sind in Lauf der Zeit eigene Kosten, wie beispielsweise Bankgebühren, gestiegen. Abgesehen davon, daß aus verkaufspsychologischen Gründen der Startpreis in der Artikelbezeichnungszeile angeführt werden sollte, hat man auch den Live-Adrenalinkick beim Auktionsende zu erfahren. Nichts ist so aufregend, wie in den letzten 60 Sekunden sich gegenseitig überbietende User auf ihrer Jagd nach dem eigenen guten Stück zu beobachten. Das gibt Kraft, das bringt Fröhlichkeit in den Internetalltag und ein alleiniges verbales und gestikulierendes strike out vor dem Bildschirm, bevor wir dann wieder zur eBay-Routine, der folgenden Kontaktaufnahme schreiten.

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