Japans Post - unigaard - JapanEs war das klassische Beispiel eines Auktionsfalles, den ich mit dem Begriff des Internetadventur beschreiben kann. Ein in Bumerangform gestylter Aschenbecher der australischen Biermarke Fosters kam unter den Hammer. Er war ungebraucht und Bestandteil meiner kleiner Sammlung von Aschenbechern von Bierfirmen. Der Auktionspreis stieg bis zur letzten Minute vor Auktionsende auf knappe 18,- Euro, als sich in den letzten 40 Sekunden zwischen den Bietern ein Wettlauf um den Zuschlag ereignete, dessen Zieleinlauf dann mit einem niemals auch nur erahnten Auktionsergebnis von sage und schreibe 51,- Euro gekrönt wurde. Der Höchstbieter unigaard hatte seinen Sitz in Japan und der Versand erfolgte wunschgemäß per Luftpost. Alles in allem machte das Höchstgebot mit dem Versand über 70,- US $ aus und die kamen überraschend in einem einfachen normalen Brief mit der Post zugestellt. Der Absender hatte auf den Zusatz, den Brief eingeschrieben aufzugeben, verzichtet. Es verhielt sich bei den Handelsabschlüssen mit seinen Landsleuten genauso: Alle schickten die Beträge, um ihre Artikel zu bezahlen, in "normalen" Briefen. Ich sehe es als ein Zeichen für das Vertrauen, das diese Menschen ihrer Post entgegenbringen. Ein bemerkenswerter Umstand angesichts der umfangreichen Erfahrungen mit der Deutschen Post. Bei zwei anderen Handelsabschlüssen mit Mitgliedern in Österreich betätigte ich mich einmal als Botendienst und stellte die beiden Artikel, die in Paketen verpackt waren, selbst zu. Zu phoenix5500 in Niederösterreich brachte ich eine alte Glaswerbetafel von Coca Cola, etwa aus den 50er bis 60er Jahren. Wir kamen ins Gespräch, da der Kunde doch ein wenig über den speziellen Botendienst überrascht war und mit einer normalen Paketzustellung per Post gerechnet hatte. Ich gab ihm gegenüber an, daß es sich um einen Freundschaftsdienst handelt, da ich mit dem Absender bekannt sei. In meinem Beisein wurde die Ware ausgepackt und er zeigte sich zufrieden über die Sicherungsmaßnahmen, um eine Beschädigung der Sendung während des Transportes zu vermeiden. Irgendwie kamen wir dann im Gespräch auf die ungewöhnliche Bargeldsendung des japanischen Mitgliedes, von der mir meine Bekannte erzählt hatte. phoenix5500 drehte sich grinsend zu mir um und sagte knapp: "Diese Sendung wäre nie bei mir angekommen." So unterschiedlich können Einstellungen sein.
Bei dem zweiten von mir selbst zugestellten Artikel im 2. Wiener Gemeindebezirk ging die Übernahme nach vorheriger Anmeldung des "Transportdienstes" sang- und klanglos über die Bühne. Als Botendienstfahrer durfte ich mich über das Trinkgeld von 2,- Euro freuen.
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